Archonten


Archonten
Archọnten
 
[griechisch »Herrscher«], Singular Ạrchon der, -s, in der Antike die höchsten Beamten in manchen griechischen Stadtstaaten.
 
In Athen soll nach Abschaffung des Königtums das Amt des Archon (Archontat) zunächst lebenslänglich, dann zehnjährig geführt worden sein. Seit 683/682 (Beginn der Archontenliste) wurde der Archon jährlich gewählt. Nach seinem Namen wurde das Jahr benannt (Archon Eponymos). Neben den eigentlichen Archon, dem die Zivilverwaltung oblag, traten für kulturelle Angelegenheiten der Archon Basileus (»König«), für das Heerwesen der Archon Polemarchos (»Kriegsherr«); ferner noch im 7. Jahrhundert sechs Thesmotheten (»Rechtssetzer«). Zusammen bildeten sie das Kollegium der neun Archonten. Die ehemaligen Archonten wurden nach ihrer Rechenschaftslegung Mitglieder des Areopags. An die Stelle der Archontenwahl trat 487/486 ihre Bestellung durch das Los, die das Amt praktisch bedeutungslos werden ließ. Der militärische Oberbefehl ging vom Archon Polemarchos auf die Strategen über.
 
 
K.-W. Welwei: Die griech. Polis (1983).

Universal-Lexikon. 2012.

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